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Owl Canyon Ruins, Cedar Mesa, Utah

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Owl Canyon Ruins

Die Owl Canyon Ruins.

Der Süden Utahs birgt bekanntermaßen Szenerien, die dem Fan toller Landschaften den Atem rauben.
Wer von so vielen spektakulären Red Rocks aber mal eine Abwechslung benötigt, der ist bei den “Owl Canyon Ruins” im Gebiet der „Cedar Mesa“, nordwestlich des Monument Valley und südlich des Natural Bridges National Monument gelegen, gut aufgehoben.

Riesige Felsbögen und unglaublich von der Natur geformte Sandsteinskulpturen findet man hier draußen nicht zu Hauf; jede Menge Canyons dafür schon; ja das Gebiet ist regelrecht reich an Schluchten. Und genau diese nutzten die Ureinwohner der Gegend, die „Anasazi“, vor rund 1000 Jahren als Wohn- und Rückzugsgebiet.

Leben und Besiedelung.

Die hier vorkommenden Sandsteinschichten neigen mit der Zeit zur Herausbildung großer und mittelgroßer Alkoven. Die so entstandenen Halbhöhlen reichen so weit ins Gestein, dass sie als natürliche Überdachung genutzt werden können. Diesen Umstand machten sich die Anasazi zu Nutze und erbauten so in den Canyons der Cedar Mesa zahlreiche kleine Wohngebäude und Nischen, sogenannte “Cliff Dwellings“, für die Bevorratung von Mais und Getreide.

Ganz im Gegensatz zu den großen Pueblo-Komplexen jener Zeit wurden hier, der Umgebung entsprechend, bewusst nur Wohnstätten für ein bis zwei Familien konstruiert. Die Canyons im Umland sind karg, schmal, steinig und relativ wasserarm; ungünstige Voraussetzungen, um die Ernährung größerer Gruppen zu sichern. Dies gilt auch für die “Owl Canyon Ruins”.

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Touristisches Potential.

Wer sich gerade im Bereich Mexican Hat – Bluff – Blanding – Natural Bridges NM (allesamt in Utah gelegen) aufhält, dem offeriert die Cedar Mesa sehr schöne Kurztrips als auch Mehrtagestouren durch das Gewirr der Schluchten mit der Chance, außergewöhnlich viele Ruinen der „Basketmaker“ – Zeit zu entdecken und zu besichtigen.

So ist es auch im Owl Canyon (auch als „Owl Creek Canyon“ bekannt). In Verbindung mit dem benachbarten „Fish Creek Canyon“ ist dieser ein beliebtes Ziel für Backpacker (permipflichtig). Meistens wird die Tour auf zwei Tage aufgeteilt und bietet so den Hikern genügend Zeit das Areal näher zu erkunden; vielleicht mit einem Abstecher zum “Nevills Arch”, den man nach ca. 4 Meilen Wanderung in den Owl Canyon von einem Overlook aus sehr gut sehen kann. Ausreichend Wasser mitzuführen ist erste Bürgerpflicht, dass sollte klar sein! Ansonsten bitte dieses BLM-Merkblatt genau durchlesen: Link

Wer nicht so viel Zeit hat oder diese nicht investieren möchte, kann mit nur wenig Anstrengung wenigstens eine der gut präparierten Ruinen des Owl Canyon besuchen.

Der Hike.

Start ist ein kleiner Parkplatz mit Toilettenhäuschen, der einigen wenigen Fahrzeugen Stellfläche bietet.
Hier beginnen die Trails zum Owl Canyon (südöstlich) bzw. Fish Creek Canyon (nördlich).
Diese sind zwar zunächst beschildert, direkt vor Ort fällt allerdings die Orientierung nicht ganz so leicht, da der weitere Weg, welcher über ein Slickrockfeld ohne markante Punkte führt, nicht sonderlich mit Cairns gekennzeichnet ist. Die überall herumstehenden Nadelgehölze machen das Unterfangen nicht unbedingt leichter. 🙂

Am besten wirft man im Voraus einen Blick via Google Earth / Google Maps auf das Areal, da fällt das Navigieren zur Canyonkante gleich viel leichter. Wichtig ist es, sich immer Richtung Südosten hangabwärts zu bewegen; auch eine gut zu erkennende natürliche „Regenrinne“, die sich den Slickrock hinabschlängelt, dient als Anhaltspunkt (obwohl diese meistens „dry“ sein dürfte). Liest sich hier komplizierter als es vor Ort ist; doch wir trafen einen Besucher, der den Weg nicht fand…

Nach einer reichlichen Viertelstunde kann man schon am Rim angelangt sein und in die Eulenschlucht einen ersten Blick werfen. Außer jeder Menge Geröll und einigen hundert Metern des weiteren Verlaufs dieses Geländeeinschnitts ist aber von hier aus noch nichts aufregendes zu sehen.

Nun sucht man sich linkerhand der engsten Stelle des Canyonrims einen Abstieg in die Schlucht. Am einfachsten ist es, die schmale Passage noch einige Schritte im Uhrzeigersinn zu umgehen, um sich dann links eines großen, gut sichtbarem Felsens einen Weg weiter nach unten zu suchen.

Jetzt ist man fast am Ziel, welches sich leider alles andere als dem Wandersmann „darbietet“. Den Blick sollte man nun immer wieder über die rechte Schulter schweifen lassen, während man weiter bergab unterwegs ist. Doch allzu weit braucht man nicht hinab zu steigen; wer aufmerksam ist wird nach wenigen Minuten einen großen Alkoven zur Rechten bemerken. Von großem Geröll umgeben, ist dieser erst auf den zweiten Blick auszumachen.

Hier schaut man nach einem geeigneten Pfad zur Halbhöhle; diese läuft man am besten weniger von der Seite als von unten an; von dort geht es eindeutig einfacher. Erst aus der Nähe offenbaren sich dem Visitor mehrere gut erhaltene Owl Canyon Ruins. Eine einstige Wohnstätte ist ebenso vorhanden wie mehrere Vorratsspeicher, sogenannte „Granaries”.

Das Schöne am Südwesten.

Was hierzulande museumstechnisch gesichert, abgesperrt bzw. nur Archäologen vorbehalten bliebe kann man an Ort und Stelle hautnah besichtigen und untersuchen; vorausgesetzt, man hat den nötigen Respekt vor präkolumbianischen Bauten und Strukturen intus; jede Art von Zerstörung und Beschädigung ist auch in den USA gesetzlich verboten und wird streng geahndet. Wer Artefakte aus der Anasazi-Zeit findet darf sie selbstverständlich ansehen; die Mitnahme ist natürlich verboten!

Der Trip „Parkplatz – Ruinen – Parkplatz“ ist nicht länger als eineinhalb Kilometer und alles in allem in einer guten Stunde zu absolvieren; je nach Interesse ist die Zeitspanne natürlich nach oben offen…

Wer mag kann von den Owl Canyon Ruins aus noch weiter hinunter wandern und den Owl Canyon noch näher inspizieren; zu erwähnen ist hierbei, dass es auf dem Weg bis zur Einmündung zum “Fish Creek Canyon” noch mehrere Ruinen zu entdecken gibt; vorausgesetzt man findet sie… 😀

Eine gute körperliche Kondition ist ein Muss zum hiken in den Cedar Mesa Canyons, auch im Owl Canyon; ob man der Benennung glauben kann und nun wirklich Eulen trifft wissen wir allerdings nicht… 🙂

Die Anfahrt.

Die Utah State Route 261 (SR 261) ist auch bei dieser Tour der Ausgangspunkt .
Sie beginnt (oder endet) etwas nordöstlich des kleinen Ortes Mexican Hat/Utah, und verläuft einige Meilen durch eine Ebene (östlich erstreckt sich das “Valley Of The Gods”, südwestlich der “Goosenecks State Park”), bis sie sich an einer Abbruchkante über eine staubige, ungeteerte Piste, dem “Moki Dugway” (auch “Mokee” oder “Moqui”), hinauf auf ein Hochplateau schlängeln muss. Für Wohnmobile etc. offiziell nicht empfohlen…

Um zu besagtem Parkplatz zu gelangen muss man knapp eine Meile südlich (Richtung Mexican Hat/UTBluff/UT) der „Kane Gulch Ranger Station“ von der Utah State Route 261 nach Osten auf die “Fish and Owl Road” (BLM Road #253) abbiegen. Die gut fünf Meilen lange Dirtroad ist im allgemeinen in einem guten Zustand, allerdings gibt es mehrere fiese Absätze in der teils zum Schnellfahren verleitenden Piste; einen SUV kann man auf den Seitenwegen der Cedar Mesa nur wärmstens empfehlen, auch wenn dieser hier nicht unbedingt eine Allradzuschaltung benötigt. Die ausreichende Bodenfreiheit des Fahrzeugs ist hier wichtiger (bei nassen Witterungsverhältnissen meidet man diese Zufahrten ganz; sie sind dann völlig „Impassable“). Wenn man schon einmal in der Gegend ist, sollte man sich doch für ein Allradfahrzeug entscheiden, dieses auch mit hoher Bodenfreiheit, da spätestens die meisten anderen umliegenden Ziele ein derartiges Vehikel nötig machen. (Karte)

Selbstverständlich sind für das Betreten der Canyons in diesem Schutzgebiet 2,00 USD pro Tag zu entrichten; diese gelten dann für sämtliche Schluchten dieses Areals. An den Einfahrten zu diversen Dirt Roads oder Parkplätzen sind hierfür „Fee Tubes“ oder ähnliche Bezahlstationen aufgestellt, aber auch in der Ranger Station sollte man seinen Betrag begleichen dürfen, falls man mal nicht über Kleingeld verfügt.

Am „Dead End“ der Strecke erreicht man nun den Parking lot. Vor dem Loswandern auf keinen Fall vergessen, das „Parking Tag“ gut sichtbar hinter die Windschutzscheibe zu legen; dieses befindet sich am Umschlag (Envelope), den man samst seines Unkostenbeitrages in die Fee Tube einwerfen muss. Beschriften muss man diesen zuvor auch noch (Name, Herkunftsland, Datum, Automarke, Nummernschild) und daran denken, das „Tag“ als Quittung abzutrennen.

Unterkunft.

Für einen Besuch der Owl Canyon Ruins kann man mehrere Ausgangspunkte wählen: möchte man “zivilisiert” unterkommen, empfehlen sich natürlich die Ortschaften in der “näheren” (nach amerikanischen Verhältnissen) Umgebung wie Blanding/Utah, Bluff/Utah und Mexican Hat/Utah; evtl. man auch von Monticello/Utah oder Kayenta/Arizona anreisen, was aufgrund der Entfernungen aber ein rechtzeitiges Aufbrechen nötig macht. Möchte man auch das nordöstlich gelegene “Natural Bridges National Monument” besichtigen, so kann man dort sein Zelt aufschlagen oder, wer hat, ein Wohnmobil aufstellen und von hier aus den Trip in den Owl Canyon starten. 😉

Umgebung

Es bietet sich an, weitere Ziele in der Nähe der Owl Canyon Ruins zu besuchen, denn im Gebiet des “Grand Gulch / Cedar Mesa” gibt es eine geraume Anzahl an Spots und Anasazi-Ruinen, die es zu besuchen lohnt; einzige Einschränkung: für die meisten dieser Destinationen ist ein allradgetriebener SUV erforderlich.

Empfehlenswert sind z.B. der “Road Canyon” (mit z.B. der “Fallen Roof Ruin”), der “Mule Canyon” (mit z.B. der “House On Fire Ruin”) , der “McCloyd Canyon” (mit z.B. der “Moonhouse Ruin”) , oder das “Valley Of The Gods”.

Wer dagegen mit einem Normalen PKW (Low clearance Car) unterwegs ist, der kann beim “Natural Bridges National Monument“, “Goosenecks State Park”, dem “Mexican Hat Rock”, “Sand Island Petroglyphs”, dem “Edge Of The Cedars State Park”, den “Butler Wash Ruins” oder dem “Monument Valley” vorbeischauen.

Somit ist es also zu überdenken, ob man nicht ein paar Tage länger für das Gebiet der Cedar Mesa einplant.

Viel Spaß mit den Owl Canyon Ruins!

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